Ab in den Urlaub Hallo mein Name ist Hildegard- so nennen mich zumindest meine Dosenöffner. Ich will euch mal eine Geschichte erzählen. Wir, das heißt unsere Zweibeiner, meine Mama Hexe und meine Tochter Fabienne, leben hier an Rande einer großen Stadt und haben tolles Zuhause. Da ist erst einmal unser Hundegarten, in dem wir so richtig schön spielen können. Nur an Frauchen ihre Blumentöpfe dürfen wir nicht gehen, da wird sie böse. Im Haus laufen wir am liebsten hinter ihr her und passen auf, dass sie alles richtig macht. Jeden Früh und Nachmittag gehen wir unsere Gassirunde und treffen dort ein paar Freunde von uns. Auf einem großen Gelände dürfen wir Fangen und Verstecken spielen. Nur Oma Hexe sitzt neben Frauchen und wartet darauf, dass wir wieder Nachhause gehen. Na ja die ist schon alt und will ihre Ruhe. Am Sonntag geht es auf den Hundeplatz. Fabienne muss früh in die Junghundgruppe, weil sie vieles erst lernen muss, was wir schon können. Wir treffen uns mit den Terriern aus unserer Ortsgruppe am Nachmittag. Unsere Zweibeiner nennen das Ringtraining- ist ja auch egal- Hauptsache es macht Spaß. Wenn die Zweibeiner ihre braune Brühe trinken- sie nennen das Kaffee- können wir mit unseren Freunden um die Wette laufen. Nach zwei oder drei Stunden geht es dann wieder Nachhause und wir ruhen uns aus. Das ist alles ganz toll- wenn nicht diese komische Zeit wäre. Also! Fast jedes Jahr, da wo in unserem Garten die Büsche so schön grün sind und wir dort toll verstecken spielen können, benehmen sich die Menschen total komisch. Sie rennen im Haus herum, schleppen alles Mögliche in unser fahrendes Haus- ich glaube sie nennen es- Wohnmobil. Die Menschenkinder gehen früh nicht mit ihren eigenartigen Kästen auf den Rücken weg. Frauchen schmiert keine leckeren Brote, von denen meist etwas abfällt. „Ja! Man muss nur lange genug betteln und schmachtende Augen machen, dann klappt das auch.“ Auch unser Herrchen geht nicht mehr an den Ort, den er Arbeit nennt. Dann werde ich gebadet und schick gemacht. Am nächsten Tag musste ich ganz früh aufstehen: „Die wissen wohl nicht wie müde ich noch bin?“ Ich habe überhaupt keine Lust und möchte lieber weiter schlafen aber das geht nicht, denn alle rennen hier hin und her und schleppen leckere Dinge aus dem Kühlschrank in das fahrende Haus. Jetzt gehen wir eine kleine Gassirunde, leider schlafen meine Freunde noch und ich habe keinen zum spielen. Nun kommt unser Herrchen mit dem fahrenden Haus. Wir steigen ein. Ich hoffe sie haben an mein Kuschelfell gedacht auf dem ich noch etwas schlafen möchte. „Ja! Haben sie!“ Wir fahren los und die Zweibeiner nennen das „Urlaub“! Die Fahrt dauert ziemlich lange. Genug Zeit, etwas Schlaf nachzuholen. Es gibt nur kurze Stopps, wo ich ganz schnell an der Leine mein Geschäft verrichten soll. Nicht mal „ein“ Mäuseloch darf ich aufbuddeln, dabei gibt es hier so viele davon. Nun bekomme ich noch frisches Wasser zum trinken. „Wenn die wüssten wir mir der Magen knurrt?“ Ich würde lieber etwas knabbern und ich weiß auch wo die leckeren Sachen liegen. Aber nein, ich bekomme nichts. Plötzlich hält Herrchen an und sagt, dass wir da sind. Nun geht die Hektik von vorne los. Jetzt schleppen sie ihre Stühle und den Tisch vor das Wohnmobil und machen das komische Dach raus. Frauchen steht am Herd und kocht. „Mmmmmh riecht das lecker!“ Mal schauen, ob ich was abbekomme. Ich muss mich nur ganz brav hinsetzen und schmachtende Augen machen. „Das finde ich aber überhaupt nicht nett!“ Frauchen merkt nicht, was ich für großen Hunger habe. Sie sagt nur: „Du bist noch nicht dran!“ Woher will sie, dass denn wissen? Meine Zeit ist gekommen, wenn mein Bauch brummt und brummt. Und das ist jetzt! Endlich wird mein Napf gefüllt. Schnell leere ich ihn, bin zufrieden und möchte mal fix die Umgebung erkunden. Vielleicht finde ich hier ein paar neue Fellnasen. Oh, je ich ahne Schlimmes- unsere Zweibeiner- packen da Sachen ein, die mir überhaupt nicht gefallen. Wir gehen an ein Teil, was sie Strand nennen. Das ist ja auch okay aber sie wollen, dass ich mit ins Wasser komme. „Nee, ohne mich!“ Wasser ist zum saufen da und zu sonst nix. Ich bleibe lieber hier auf der Decke liegen und passe auf die Würstchen auf, damit sie uns keiner stibitzt. „Also verstehe einer diese Zweibeiner, die toben im Wasser rum und lachen. Die wissen wohl überhaupt nicht, wie nass das ist?“ „Neeeiiiiinnnn, nun ist es aber gut, da nimmt mich doch mein Frauchen und stellt mich ins Wasser. Jetzt ist Schluss mit Lustig! Ich bin stinksauer!“ Sie sagt, dass Hunde von Natur aus schwimmen können. „Na wegen mir aber deswegen muss ich das doch nicht vor machen!“ Ich flitze ganz schnell wieder auf meine Decke und hoffe das war das Erste und das Letzte Mal, dass sie so etwas mit mir machen. „Ich bin doch ein Kerry Blue Terrier und kein Wasserspaniel!“ Für mich ist das jedenfalls nichts. Im Wohnmobil angekommen verkrümle ich mich in meine Ecke, denn ich bin immer noch „Sauer!!“. Da muss sich Frauchen ganz schön etwas einfallen lassen, damit ich wieder gut mit ihr bin. Ein Leckerlie wird da wohl nicht reichen. Die nächsten Tage ging es dann besser und so langsam habe ich mich auch ans Baden gewöhnt. Aber das, dass mal klar ist: „Nur bis zu den Knien und kein bisschen weiter.!“ Dafür habe ich einen neuen Freund gefunden, den Nicko. Er ist glaub ich, kein reinrassiger Hund, dafür ein netter Kerl. Wir sammeln das grüne Zeug aus dem Wasser, laufen um die Wette oder erschrecken andere Zweibeiner und das macht riesigen Spaß. Am besten war es, wenn das Meer ganz weit weg war- meine Zweibeiner nannten es Ebbe. Da konnte man herrlich durch die Pfützen springen. Nur Frauchen fand es nicht so prima und zur Strafe wurde ich geduscht. Sie sagte: „Du kleiner Dreckspatz!“ Dabei war sie viel schmutziger, als sie beim Wandern im Schlick versunken ist. Ihre Beine, waren bis ganz oben dreckig. Da hat keiner gesagt, dass sie ein Dreckspatz ist. Nö! Alle haben gelacht. Dafür musste sie auch Duschen, dass finde ich nur gerecht. Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei und wir sind in unsere Stadt gefahren. Jedenfalls warte ich wieder auf die Zeit, wo es heißt: „Ab in den Urlaub!“ Vielleicht kann ich dann eine neue Geschichte berichten. Bis bald eure Hildegard!
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